Treffen der CANopen Special Interest Group Lift 2012-04

Aus CANopen-Lift
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Am 25. April 2012 fand in Nürnberg ein Treffen der SIG Lift statt. Erstmalig waren auch Teilnehmer aus Frankreich anwesend, die Fa. Sprinte, die seit vielen Jahren Komponenten basierend auf CANopen entwickelt und produziert.

Nach einem Bericht von Jörg Hellmich über die aktuellen Marketingmaßnahme der MG Lift wurden neue Funktionen besprochen, die zukünftig den aktuellen Stand der Norm erweitern sollen.

Bootloader

Zukünftig soll ein Verfahren zum Auslesen und zur Aktualisierung der Firmware und von Parametersets genormt werden, dass einige Hersteller schon seit Jahren anwenden. Technische Details dazu wurden erläutert und einige Komfortfunktionen ergänzt. Mit dem standardisierten Bootloader besteht die Möglichkeit, herstellerübergreifend mit einem Softwaretool die Firmware und Parametersets aller Baugruppen zu sichern bzw. zu aktualisieren.

Eine Application Note zum Bootloader soll zukünftigen Anbietern die Integration dieser Funktionen erleichtern.

Fast Stop

Bisher bestand nur für die Steuerung die Möglichkeit, dem Antrieb ein Fast Stop-Kommando zu senden. Mit dem zunehmenden Interesse an sicherheitsgerichteten elektronischen Lösungen (PESSRAL) besteht der Bedarf, dass auch solche Sicherheitseinrichtungen bei Gefahr unabhängig von der Steuerung dem Antrieb ein hoch priorisiertes 'Fast Stop'-Kommando senden können. Die technischen Details dazu wurden besprochen und werden in die kommende Version der Spezifikation einfließen.

RFIDs

Schon vor vier Jahren gab es einen Vorschlag von der Firma Schaefer, wie man die Daten von Transpondern oder RFIDs einlesen und über Bus allen Geräten bereitstellen kann. Dieser Vorschlag wurde von Böhnke + Partner und Schaefer überarbeitet und in die ersten Geräte integriert, wie auf der Interlift 2011 in Augsburg zu sehen war. Die Funktionsbeschreibung wird nun noch einmal aktualisiert und wird auch Eingang in die nächste Version der CiA 417 finden. Dann können viele standardisierte Transponder-Systeme, RFID-Karten oder Handys mit NFC-Funktion verwendet werden, um beispielsweise priorisierte Rufe zu geben, als Zugangskontrolle oder zur Passworteingabe bei der Wartung.

Virtuelle Konsole

Zurzeit besteht für jedes Gerät die Möglichkeit, ein virtuelles Menü auf den Bus zu legen, das von einem anderen Gerät mit Display dargestellt werden kann. Somit kann zum Beispiel der Umrichter über das Display der Steuerung bedient werden.

Die Funktionalität der virtuellen Konsole ist zurzeit auf die Übertragung von Text begrenzt. Mehr und mehr Geräte jedoch besitzen grafische Displays und stellen auf diesen Icons, Symbole oder Fahrkurven dar. Um auch diese übertragen zu können, wird die Funktionalität der virtuellen Konsole entsprechend erweitert. Zusammen mit dem CAN2BLUETOOTH-Gateway der Firma Sprinte besteht dann beispielsweise die Möglichkeit, alle CANopen-Geräte eines Aufzug drahtlos mit einem Smartphone zu konfigurieren.

PlugFest

Zur Überprüfung der Interoperabilität finden regelmäßig so genannte PlugFests statt. Bei diesen wird an Hand von Checklisten die Einhaltung des Standards und die Kompatibilität der Komponenten untereinander überprüft. Zusätzlich werden neuen Funktionen getestet und spezielle Tests durchgeführt, wie zum Beispiel die maximale Ausdehnung der Netzwerke oder das Verhalten bei extremen hohen Buslasten.

Für das kommende PlugFest ist zusätzlich die Überprüfung des Verhaltens beim Empfang von Emergency Codes, das Auslesen und Schreiben von Parameter Sets, die Funktion von Error Countern zur Ermittlung der Busqualität und die Funktion des Bootloaders für Softwareupdates getestet.